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Aus

Die kleine Ansammlung von Häusern liegt pittoresk auf dem Huib-Hochplateau. Obwohl sich Aus am Rande der Namibwüste befindet, besitzt der Ort Namibias kältestes Winterklima. Verantwortlich dafür sind vom Kap heraufziehende Teifdruckgebiete und die Höhenlage von immerhin 1446m. Nach Regenfällen verwandelt sich das braune veld in einen blühenden Teppich aus Gänseblümchen.

 
Brandberg

Bei den Herero heißt der der 500Mio Jahre alte Granitrücken, der sich manchmal komplett unter dichtem Küstennebel versteckt Omukuruwaro "Berg der Götter". Aus dem Bergmassiv mit seinen gut 30km Durchmesser ragt mit dem 2573m hohen Königstein Namibias höchster Gipfel hervor, der im Licht der untergehenden Sonne feuerrot aufglüht. Kleine ständig fließende Quellen in seinen Spalten ermöglichen das überleben einiger Tiere, wie Klippspringer, Bergzebra und Leoparden. Der Brandbergregion ist berühmt für seine mehrere tausend Jahre alte San-Felszeichnungen.

 
Cape Cross

Das Kap trägt seinen Namen nach dem portugiesischen Seefahrer Diego Cao, der dort 1486 ein Kreuz zu Ehren von König Johann II errichtete. Besonders beeindruckend ist aber die Seelöwenkolonie in unmittelbarer Nähe des Kaps. über 100.000 Tiere leben hier dicht gedrängt an einem felsigen Küstenstreifen des fischreichen Atlantiks. Man kann die Robben aus nächster Nähe beobachten und ihre Schwimmkünste im tosenden Meer beobachten.

 
Caprivi Streifen

Der Caprivi Streifen ist nach Georg Leo Graf von Caprivi benannt, der Bismarck als Reichskanzler ablöste und am 1.Juli 1890 den Helgoland-Sansibar Vertrag mit Großbritanien unterzeichnete. Die Briten bekamen damit die Gewürzinsel Sansibar und einen Teil des heutigen Botswana, die Deutschen das einst englische Helgoland und den auf Karten so skurril aussehenden Landzipfel, der den Zugang Südwestafrikas zum Sambesi ermöglichte. Geplant war, diese Verbindung bis nach Deutsch-Ostafrika auszubauen, doch der Erste Weltkrieg beendete bekanntermaßen die deutsche Kolonialpolitik. Der Caprivi-Streifen behielt seinen Namen, ging allerdings wieder an England, später an Südwestafrika. Für die südafrikanische Armee hatte der Landzipfel strategische Bedeutung im Bushkrieg gegen Angola. 1989 waren im Caprivi-Streifen wieder deutsche Soldaten im Einsatz  - als Walbeobachter im Auftrag der UNO. Noch vor 20 Jahren war der Caprivi-Streifen Namibias tierreichste Region. Der Krieg mit Angola, unkontrollierte Jagd und Wilderei trugen aber zur starken Dezimierung bei.

 
Damaraland

Das Damaraland mit der Hauptstadt Khorixas war früher ein Homeland, wo auf 48.000km² etwa 12.000 Damaras wohnten. Ursprünglich kommt dieser Stamm aus Zentralafrika und wurde von den Hereros unterdrückt, bzw. in trockene Gegenden abgedrängt. Die Felszeichnungen, die man im ganzen Land findet, zeugen jedoch davon, dass die Ureinwohner des Landes keine Bantuvölker, sondern die San gewesen sind. Von Ost nach West sinken die Niederschläge von 300mm bis auf 50mm pro Jahr ab.

 
Diamanten-Sperrgebiet

Das Diamanten-Sperrgebiet ist eine 1909 von den Deutschen eingerichtete 300x100km große Pufferzone, die besser als jeder Zaun vermeiden soll, dass sich Unbefugte der diamantenreichen Küste nährten. Wer sich in das nahezu wasserlose Areal hineinwagte, kam darin um. Auch heute darf dieses Land nur mit polizeilicher Genehmigung und auf bestimmten Routen, organisiert in einer Gruppe, besucht werden. Mit dem Rückgang der Diamantenförderung werden in letzter Zeit Stimmen laut, die das Gebiet gerne dem Namib-Naukluft Park zuschlagen würden.

 
Epupa-Fälle

Der Kunene-Fluss, der von Ost nach West in den Atlantik fließt, bildet die Grenze zwischen Namibia und Angola. Rund 190 km vor seiner Mündung stürzt er über die Epupa Fälle rund 40 m tief in eine Schlucht. Der Wasserfall wird von grünen Auenwäldern umgeben, die Heimat für zahllose Vogelarten sind. Obwohl sie weder die größten noch die höchsten Wasserfälle Afrikas sind, sind sie von einer einzigartigen Schönheit. Da die Region äußerst abgelegen und nur schwer zu erreichen ist , haben sich Landschaft und Einwohner ihre Ursprünglichkeit weitgehend bewahren können.

 
Erongo-Gebirge

Entstanden ist das wild zerklüftete Gebirge vor Jahrmillionen durch einen Vulkanausbruch, der nicht bis zur Oberfläche gelangte. Das es aufgrund seiner Höhe viel Regen abfängt, ist es relativ dicht bewachsen und kaum zu durchdringen. Die üppige Vegetation hat seit jeher Tiere und Menschen angezogen, wovon zahlreiche Felsgravierungen der San zeugen. Besonders bekannt sind die Zeichnungen der Philippshöhle, zu der ein halbstündiger Wanderweg von der Ameib Ranch aus führt

 
Etosha National Park

Mit 22270km² ist der Etosha National Park mehr als halb so groß wie die Schweiz. Im Jahr 1907 erklärte der erste Gouverneur der deutschen Zivilverwaltung, Friedrich von Linquist, große Teile im Norden Namibias, einschließlich der Etosha-Pfannw, zum Naturschutzgebiet. Der Grund war, dass Berufsjäger aus Profitgier dabei waren, dass sehr tierreiche Gebiet leerzuschießen. Zum Zeitpunkt seiner Gründung war der Nationalpark mit fast 100000km² der größte der Welt. Als die südafrikanischen Apartheidsgesetzte 1970 auch in Südwestafrika angewendet wurden und Homelands für die Herero und Damara geschaffen wurden, verkleinerte man den Park drastisch, erklärte den nördlichen Teil zum Ovamboland, baute einen 850km langen Zaun und unterbrach damit die natürlichen Wanderrouten der Tiere. Tausende von Gnus konnten so in der Trockenheit nicht mehr ins feuchte Angola ziehen. Als Ausgleich wurden immer mehr Wasserlöcher gebohrt. Schließlich blieben die Gnus im Park, überweideten allerdings das Land, das daraufhin versteppte. Um Touristen die Möglichkeit zu bieten, die Tierwelt zu erfahren, baute man unbefestigte Straßen insgesamt 700km durch den Park, was indirekt die meisten Antilopen und Elefanten das Leben kostete. Nur ein Zehntel der Gnus und ein Drittel der Steppenzebras überlebten. Um Kies für die Trassen der Pisten zu gewinnen, wurden nämlich große Löcher gegraben, die sich mit Regenwasser füllten und zur Brutstätte für Milzbrand-Baketerien wurden. Mit gut 130000 Besuchern ist der Park heute Namibias Hauptsehenswürdigkeit

 
Fish River Canyon

Er gilt nach dem Grand Canyon als der zweitgrößte Canyon der Erde und ist 161 km lang, fast 30 km breit und 550 m tief. In prähistorischen Zeiten muss der Fish River einmal viel Wasser geführt haben. Anders ist diese gewaltige Erosionstätigkeit des Flusses nicht zu erklären. Heute ist er ein Rinnsal, das in Trockenzeiten bis auf einige Wasserstellen austrocknet. Der Hauptaussichtspunkt mit grandiosem Blick ist von der D 324 aus zugänglich. Durch die Schlucht führt ein 3 bis 5-tägiger Wanderweg vom Hauptaussichtspunkt bis nach Ai Ais ohne feste übernachtungsstellen. Der Weg ist in den Sommermonaten (Oktober bis März) wegen unerträglicher Hitze gesperrt. In Ai Ais gibt es die Möglichkeit, in heißen Quellen zu baden.

 
Grootfontein

Grootfontein ("große Quelle") gehört zu den wasserreichsten Gegenden Namibias und liegt bereits in der übergangszone zum tropisch feuchten Afrika. Ein Museum informiert über die Geschichte der Dorstland Trekker, Buren vom Kap, die als Nomaden durch Südwestafrika zogen und hier einen Gottesstaat namens "Upingtonia" gründeten. Dieser wurde aber schon nach wenigen Jahren von der deutschen Kolonialmacht aufgelöst. In der Nähe der Stadt befindet sich außerirdisches Gestein – überreste des Hoba Meteoriten, der hier einen gewaltigen Einschlag hinterlassen hat.

 
Himba

Im Kaokoveld, einem völlig abgelegenen und nahezu unbesiedelten Gebiet im Nordwesten Namibias, leben die Himbas, die zu den letzten Urvölkern der Erde gehören. Schroffe Gebirge, der stürmische Atlantik und die Unzugänglichkeit der Wüste bewahrten den Himbas über Jahrhunderte große Abgeschiedenheit. Sie auf eigene Faust besuchen zu wollen, hat wenig Sinn und wirkt sich zerstörerisch auf die Kultur des Nomadenvolkes aus. Wer die Himbas dennoch aufsuchen will, sollte dies mit einem Führer tun - einem Ovambo oder Himba - und sich von ihm über die Sitten des Volkes, "anständiges Benehmen" und die richtigen Geschenke aufklären zu lassen.

 
Hoba-Meteorit bei Grootfontein

Der Hoba-Meteorit ist mit etwa 50 t Gewicht der schwerste Eisenmeteorit, der bisher auf der Welt gefunden wurde. Der Farmer Jacobus Brits entdeckte 1920 "einen seltsamen schwarzen Felsen, auf den ich mich setzte, daran mit dem Messer kratzte und sah, daß er glänzte". Vor etwas 80 000 Jahren viel dieser Meteorit "vom Himmel". Da Souvenirjäger immer wieder kleine Stücke aus dem Stein meißelten, stellte die Rössing Stiftung 1985 einen Wächter ab. Daher muß man nun eine geringe Eintrittsgebühr bezahlen.

 
Kalahari

Die Kalahari ist eine gewaltige Senke ohne Abfluss, die mit 1,2 Mio. km² einen großen Teil des südlichen Afrika bedeckt. Sie reicht von Südafrika über Namibia bis Angola und nimmt den größten Teil Botswanas ein. Nach Osten erstreckt sie sich bis Zambia und Zimbabwe. Die Kalahari ist völlig flach und trocken. Charakteristisch sind die sog. Pfannen, in denen der selten fallende Regen zusammenläuft und bald wieder verdunstet. Zurück bleibt dann eine weiß gelbliche Salzkruste. Prominentestes Beispiel ist die Etosha Pfanne in Namibia.

 
Kaokoland

Die Region westlich des Etosha Parks ist besonders dünn besiedelt und nur mit Allradwagen zugänglich. Oft führen die Pisten durch ausgetrocknete Bäche und sind nicht leicht zu finden. In dieser menschenleeren, extrem trockenen Gegend wohnen die Himbas, das letzte Nomadenvok der Erde. Wer sie besuchen möchte, sollte an einer geführten Tour teilnehmen, wie sie einige der umliegenden Lodges anbieten. Das Kaokoland ist mit 49000km² etwa so groß wie die Schweiz. Die Höhe beträgt 600-1200m, die mit 2039m höchste Erhebung liegt in den Baynes Mountains. Die Landschaft ist abwechslungsreich, wobei die Bergregionen am faszinierendsten sind.

 
Köcherbaumwald

15km nördlich von Keetmanshoop, an der Straße nach Koes, auf der Farm Gariganus leigt der bereits 1955 unter Naturschutz gestellte Köcherbaumwald. Der Köcherbaum ist kein Baum, sondern eine Aloen-Art, die etwa 8m hoch werden kann. Der Name kommt daher, dass die San früher Pfeilköcher aus seinen ästen geschnitzt haben. Ungewöhnlich ist das gehäufte Auftreten der Pflanze an dieser Stelle, da sie sonst im Süden Namibias und in der nördlichen Kapregion Südafrikas eher isoliert vorkommt. Manche Aloen sind schon über 200 Jahre alt. Erst mit 20-30 Jahren beginnen sie zu blühen. Im Juni und Juli tragen sie bis zu 30cm lange gelbe Blüten.

 
Kolmanskop

Das Diamantenfieber in Namibia begann, nachdem in 1908 Steine unweit von Lüderitz gefunden wurden. Vor dem 1. Weltkrieg wurden mehr als 1000 kg Diamanten gefunden. Mittelpunkt der Diamantenindustrie war Kolmannskop, das schnell wuchs und über Schule, Kasino und Krankenhaus verfügte. Nach 1918 verlagerte sich das Zentrum der Diamantensuche nach Süden zum Orange River, so dass Kolmannskop zur Geisterstadt wurde. Noch heute ist die Region südlich von Lüderitz für die öffentlichkeit nicht zugänglich.

 
Kunene Fluß

Der krokodilreiche Kunene ist der einzige ständig Wasser führende Fluß des Kaokolandes und bildet die Grenze nach Angola. Er entspringt im Hochland von Zentralangola und trifft 35km westlich der Ruacana-Waserrfälle auf die Grenze zu Namibia.

 
Lüderitz

Das Städtchen trägt den Namen des Mannes, der Bismarcks Entscheidung, ein Stückchen Afrika "deutsch werden zu lassen" maßgeblich beeeinflußt hatte: Adolf Lüderitz, Tabakhändler aus Bremen. Auf seinen Wunsch hin wurde Lüderitzbucht, das damals noch Angra Pequena "kleine Bucht" hieß, sowie das umliegende Gebiet 1884 zum deutschen Protektorat erklärt. Vor der Küste liegen die Pinguin- und Robbeninsel, die beide zu einer Kette von Guano-Inseln gehören.

 
Namib

Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, sowohl Pflanzen als auch Tiere hatten somit lange Zeit, sich an die harten Klimabedingungen anzupassen. Der eindrucksvollste Teil des riesigen Gebietes liegt zwischen Lüderitz und Swakopmund im Namib-Naukluft Park. Dieser ist mit fasr 50000km² das größte Wildschutzgebiet in Afrika und das viertgrößte der Welt. Im Süden herrschen Kiesebenen vor, in der mittleren Namib ein unendlich erscheinendes Sandmeer, das nördlich des Kuiseb wieder von steinigen Ebenen abgelöst wird. Bis der Namib-Naukluft Park seine jetzige Größe erreicht hatte, dauerte es fast 90 Jahre. Die deutsche Verwaltung erklärte 1907 das Gebiet zum Naturschutzpark.

 
Ovamboland

Das Ovamboland zwischen dem Etosha Park und der angolanischen Grenze ist relativ dicht besiedelt. Bis zur Unabhängigkeit war die Region Homeland. Noch heute leben hier fast ausschließlich Schwarze unter ärmlichen Bedingungen. Es gibt kaum Erwerbsmöglichkeiten; Hirse und Gemüse wachsen trotz vergleichbar üppiger Vegetation kärglich. Daneben gibt es Viehhaltung. Eine touristische Infrastruktur fehlt fast völlig. Das liegt daran, das die Region vor der Unabhängigkeit fast zwei Jahrzehnte Kriegsschauplatz war. Auch der angolanische Bürgerkrieg bis 2001 wurde zuweilen im namibisch/angolanischen Grenzgebiet ausgetragen. Achtung: wer die Märkte in Oshakati oder Ondagwa besucht, geht ein hohes Risiko ein, bestohlen zu werden.

 
Salzpfannen

überall in der Kalahari finden sich Salzpfannen. Dazu gehört auch die Etosha Pfanne. Sie entstehen durch versickerndes und verdunstendes Wasser, das eine Mineralschicht zurücklässt. Bei Hitze entstehen Luftspiegelungen, die die endlosen Ebenen wie ein gewaltiges Meer aussehen lassen. In den Regenmonaten füllen sie sich kurzzeitig mit Wasser und ziehen damit Pflanzen, Tiere und Menschen an.

 
San

Die San, früher abfällig Buschmänner genannt, sind die Ureinwohner des südlichen Afrika und hervorragend an das trockene Klima des Subkontinents angepasst. Ihre Herkunft ist unklar. Sie sind kein negroides Volk, sondern hellhäutig und werden kaum größer als 1,6 Meter. Ihre Jagdtechniken sind einzigartig: Sie schießen das Wild mit vergifteten, raffiniert konstruierten Pfeilen und laufen ihm nach, bis es erschöpft ist. So eine Jagd dauert meist mehrere Tage. Die San sind von den weißen ebenso wie von den schwarzen Einwanderern in die Wüsten abgedrängt worden und stellen heute nur noch einen Bruchteil der Bevölkerung. Ihre Sinne sind äußerst scharf. So können sie ein kleines Flugzeug in über 100km Entfernung hören oder mit bloßem Auge vier Monde des Jupiter erkennen. Alteingesessene Farmer, deren Familien teilweise generationenlang mit San zusammengelebt haben, sagen ihnen sogar telepathische Fähigkeiten nach. Wo das Land in Farmen eingeteilt und den San damit die natürliche Lebensgrundlage entzogen ist, ist das Volk zum Aussterben verurteilt. Was von ihnen bleibt, sind die faszinierenden Höhlen- und Felszeichnungen, die sich überall im Land finden und z.T. ein Alter von 20.000 Jahren aufweisen.

 
Schloss Duwisib

Am Rande der Wüste Namib steht ein Schloss im Stile romantischer Rheinburgen - mit Zinnen und Brunnen im Innenhof. An seinem Ort wirkt das grundsolide Bauwerk doch etwas skurril. 1908 hat Baron von Wolff, der mit der Schutztruppe nach Namibia gekommen war, dieses Anwesen vom Architekten Wilhelm Sander bauen lassen, dem Erbauer der Heinitzburg in Windhoek. Von Wolff hatte mit der finanziellen Hilfe seiner Frau, einer reichen Amerikanerin, dieses Projekt verwirklicht. Der fröhliche Draufgänger von knapp 2 m Länge, hatte vor, eine gigantische Farm von 150.000 ha (!) um Schloß Duwisib herum zusammenzukaufen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an der Kolonialregierung und später am Ersten Weltkrieg, dem er zum Opfer gefallen ist. Das Schloß ist vor kurzem historisch restauriert worden und dient als Museum.

 
Skeleton Coast

Nördlich von Swakopmund beginnt die berühmt-berüchtigte Skelettküste, die oberhalb von Cape Cross in Form des 16000km² großen, 1967 etablierten Skeleton Coast National Park unter Naturschutz gestellt ist, der auch Touristen mit Erlaubnisschein, allerdings nur bis Terrace Bay, offensteht. Der nördliche Teil, vom Hoanib River bis zur Kuene-Mündung, ist Konzessionsgebiet und darf nur mit einem Veranstalter besucht werden. Leider liegen praktisch alle der oft auf Fotos zu sehenden Schiffswracks in diesem Bereich. Eine Flugsafari in dieses Gebiet ist allerdings ein phantastisches Erlebnis.

 
Sossusvlei

Die meisten Besucher sind so gespannt auf das Dünengebiet, dass sie zunächst die 65km nach Sossusvlei unter die Räder nehmen. Am Ende des Weges liegt das gewaltige Amphitheater des roten Sandgebirges von Sossusvlei. Sossus kommt aus der Nama-Sprache und bedeutet "blinder Fluß". Hier endet nämlich der Tsauchad im Nichts. Der Sand hat einen weiten Weg hinter sich. Erst kam er als Verwitterungsprodukt mit dem Orange River in den Atlantik, dort mit nordwärts gerichteten Meeresstömungen an die Küste, von wo ihn der Wind ins Innere der Namib getragen hat. Der höchste Punkt ist die Düne 45, die fast jeden reizt, hochzuwandern, wobei die Entfernung zum Kamm leicht unterschätzt wird.

 
Swakopmund

Swakopmund wirkt auf den ersten Blick wie eine deutsche Kleinstadt. 80% der Bewohner sprechen noch Deutsch. Hier gibt es Blutwurst zu kaufen und Cafes wie in Deutschland. Auch das Klima ist eher mitteleuropäisch. Wegen des kalten Benguela Stroms im Atlantik vom Südpol her ist die Küste meist neblig oder dunstig und recht kühl. Fährt man nur 10 km weiter ins Inland, so löst sich der Schleier abrupt auf und die strahlende Sonne Afrikas scheint. Dieses Temperaturgefälle nutzen viele hitzegeplagte Namibianer und machen dort im Sommer Urlaub. Der Besucher aus Deutschland sollte aber in Swakopmund nicht einen Badeurlaub wie in der Karibik erwarten. Die Wassertemperaturen übersteigen kaum die Temperaturen der Nordsee. Dafür kann man von Swakopmund Streiftouren an der Küste gen Norden unternehmen, z. B. zum Cape Cross, wo hunderttausende von Robben zu sehen sind oder zur düsteren Wildnis der Skeleton Coast.

 
Tsumeb

Die Stadt wird wegen der vielen Bäume auch als Gartenstadt bezeichnet. Ihr Wirtschaftsleben wird vom Minenbetrieb geprägt. Kupfer, Zink und Blei werden hier gewonnen, jedoch auch seltene Mineralien. Aufgrund des relativ dichten Buschlands war die Wilddichte groß, was längst vor der Ankunft der Weißen Siedler anlockte. Buschmänner bauten hier Kupfer ab und tauschten es gegen Taback und Fleisch. Wer ein wenig Zeit in Tsumeb verbringen will, sollte sich den Otjikoto See ansehen, der durch den Einsturz einer Höhle entstanden ist und klares, fischreiches Wasser enthält.

 
Twyfelfontein

In der Umgebung von Twyfelfontein wurden über 2500 Felsgravuren und einige Felsmalereien auf glatten Felsplatten aus Sandstein gefunden. Das Tal wurde 1952 zum Nationalen Denkmal erklärt, nachdem viele Felsgravuren gestohlen worden waren. Von wem sie während der Kolonialzeit entdeckt wurden ist nicht geklärt, je nach Quelle wird der Landvermesser Volkmann oder sein Kollege Reinhard Maack genannt. 2007 wurden die Felsgravuren von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Eswird vermutet, dass die Gravuren in sechs Perioden von 300 v. Chr. bis kurz nach 1800 erschaffen wurden.

 
Verbrannte Berg

Der Name kommt daher, dass er aus geschärztem Kalkstein und schwarzem Dolerit bestehende flache Berg den Eindruck hinterlässt, als sei gerade ein verheerendes Feuer über ihn hinweg geprasselt. In der untergehenden Sonne glimmt er wie ein gerade verlöschendes Feuer.

 
Waterberg

Der Waterberg, eine bei Sonnenuntergang rot aufglühende Sandsteinformation, die weithin sichtbar aus der Savanne hervorragt, beherbergt das wichtigste Refugium bedrohter Tierarten in Namibia. Auf dem schwer zugänglichen Tafelberg kann man einige der wenigen verbliebenen Spitz- und Breitmaulnashörner beobachten, ebenso wie Büffel und seltene Antilopen. 200 Vogelarten und eine große Anzahl Reptilien und Amphibien gehören zum Biotop des Waterberg. Wildfahrten werden angeboten. Die beste Möglichkeit, das Terrain zu erkunden, ist jedoch zu Fuß. Es gibt ein breites Netz von Wanderwegen, die kurze Spaziergänge ebenso wie eine Dreitageswanderung auf das gewaltige Plateau ermöglichen. Am Fuße des Waterberg befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof. Hier wurde der Herero-Aufstand durch die deutsche Schutztruppe blutig niedergeschlagen. Bei der anschließenden Vertreibung des Stammes in die nordöstlichen, wasserarmen Gebiete sind zwischen 30.000 und 70.000 Menschen umgekommen.

 
Windhoek

Windhoek ist Regierungssitz, Wirtschaftszentrum und Kulturstadt sowie einzige Universitätsstadt Namibias. Die mit 170000 Einwohnern größte Stadt des Landes ist von Bergen umgeben und liegt fast 1700m hoch, zwischen Khomas-Hochland im Westen und Eros-Bergenim Nordosten und den Auasbergen im Süden. Wer nach Denkmälern in Windhoeks Zentrum geht, muß annehmen, dass die Stadt von dem Hauptmann der deutschen Schutztruppe Curt von Francois gegründet wurde und dass während der kriegerischen Aufstände der Nama und Herero nur Deutsche ums Leben kamen. Dem ist natürlich nicht so. Trotzdem - und das zeugt von einem echten Versöhnungswillen - hat die SWAPO-Regierung nach der Unabhängigkeit 1990 die alten Monumente der deutschen Kolonialzeit nicht demontiert, sondern lediglich ein paar Ergänzungen gewünscht. Aufgrund aktuellen Geldmangels ist bisher aber weder das Kriegerdenkmal um die Namen der gefallenen Nama, Herero und Damara ergänzt worden, noch hat der tatsächliche Windhoek-Grüner Jan Jonker Afrikaner, neben Curt von Francois seine rechtmäßige Position in Bronze eingenomen. Der Orlam-Häuptling Jan Jonker Afrikaner wich unter dem Druck der Weißen vom südafrikanischen Kaplnd noch Norden aus. 1849 erreichte er das an heißen Quellen reiche Gebiet "ai gams" auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Klein Windhoek. Dank der überlegenen Feuerkraft vertrieb er die dort lebenden Hereo. Zur Erinnerung an seine südafrikanische Heimat, die Windhoek-Berge bei Tulbagh, nannte er die Siedlung Windheok.

 
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