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Isla de Pascua, Osterinsel

Warum eigentlich Isla de Pascua, Osterinsel? Als der holländische Admiral Jakob van Roggeveen 1722 auf die Insel stieß, war für ihn, den Christen, gerade Ostersonntag. Der dreieckige, 166 km² große Vulkanbrocken im Pazifik - zum Vergleich: Die deutsche Ostseeinsel Fehmarn ist 185 km² groß - heißt in der Sprache der Ureinwohner Rapa Nui (»großer Flecken«). Legenden sprechen auch von Te Pito o te Henua, dem »Nabel der Welt«. Die Geschichte seiner Besiedlung und Kultur stellt die Wissenschaft immer wieder vor neue Fragen. Heute gilt als sicher, dass um 350 n. Chr. die ersten polynesischen Seefahrer mit ihren Auslegerbooten hier landeten. In ihrer Jahrhunderte dauernden Isolation entwickelten die Rapa Nui eine einzigartige Kultur. Deren eindrucksvollste Ausprägung, die Moai - bis zu 21 m hohe, tonnenschwere Standbilder -, sind Porträts von Stammeshäuptlingen. Sie wurden auf Ahu genannten steinernen Begräbnisstätten errichtet. Auf dem Kopf saß der runde Pukao aus rötlichem Lavastein. Die Augen blickten starr ins Landesinnere. So beschützten die Ahnen ihre Nachfahren. Zur Blütezeit dieser Kultur säumten an die 600 Moais die Küste. Rund 400 unvollendete Statuen blieben am Kraterhang des Vulkans Rano Raraku liegen. Ende des 16. Jhs. kam es zur Katastrophe durch Überbevölkerung und Raubbau an den Ressourcen. Es fehlte an Holz, um neue Schiffe für den Fischfang zu bauen, die Erosion schwemmte Ackerboden ins Meer, ein Bürgerkrieg brach aus. Nach blutigen Kämpfen stürzte man die Moais der jeweils gegnerischen Sippe um. Als James Cook 1774 auf der Osterinsel landete, sah er keinen aufrecht stehenden Moai mehr. Eine Kultur war implodiert. In den folgenden Jahrzehnten liefen immer mehr weiße Seefahrer das baumlose Eiland an. Europäische Seeleute, amerikanische Walfänger und peruanische Sklavenhändler entführten, vergewaltigten und ermordeten die Menschen von Rapa Nui. Eingeschleppte Krankheiten breiteten sich aus. Hatte Roggeveen 1722 noch 20 000 Einwohner geschätzt, lebten um 1870 auf Rapa Nui nur noch knapp 100. Seit 1888 gehört die 3765 km vom Festland entfernte Osterinsel zu Chile. Allerdings bekamen die Einheimischen erst 1965 Ausweise und durften ihre Insel verlassen. Vorher waren sie Sklaven im eigenen Land, lebten quasi als Leibeigene für die Pächter, die Rapa Nui in eine Schaffarm verwandelt hatten. Die meisten der heute 3800 Bewohner leben im einzigen Ort der Insel, Hanga Roa. Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Einige der Moais wurden restauriert und wieder aufgerichtet. Einmal im Jahr, Anfang Februar, besinnen sich die Menschen von Rapa Nui intensiv auf ihre Traditionen. Über Monate hinweg bereiten sie das Tapati-Fest vor. Tänze und Gesänge werden geübt, Kostümschneider, Schnitzer und Tätowierer haben Konjunktur. Die jungen Männer trainieren für gefährliche Wettkämpfe wie »Rodeln« auf Bananenstauden am Steilhang, Wettschwimmen und Paddeln über den Vulkansee. Am Ende der zweiwöchigen Feiern wird die Königin gekrönt. Die Zeremonie findet bei Mond- und Fackelschein unter dem starren Blick der Moai-Statuen statt. Alles ist viel teurer als auf dem Festland. Nehmen Sie genug Bargeld mit (Pesos, Dollar), Kreditkarten werden nur in besseren Hotels und Restaurants akzeptiert.

 
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